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Die Geschichte der Abstimmungszeit 1918-1922

in Oberglogau

 

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges (11.11.1918) stellte das neugegründete Polen an das besiegte Deutschland die Forderung zur Abtretung der Provinz Oberschlesien. Vor allem wegen der reichen ostoberschlesischen Industriegebiete wird ein erbitterter Kampf zwischen Polen und Deutschland sowie den deutsch- bzw. polnisch gesinnten Oberschlesiern um diese Provinz ausgetragen. Kaum ein Ereignis in der Geschichte dieses Landes hat die Oberschlesier so sehr gespalten wie die Zeit der Abstimmungskämpfe der Jahre 1918-1922.

Hier die Ereignisse dieser Zeit in Oberglogau:

 

12.11.1918

200 Soldaten und 200 Arbeiter aus Oberglogau versammeln sich, um den Vorstand

für Arbeiter und Soldatenrat zu wählen. Obermeister Paul Hoenisch warnt vor einem Möglichem Einfall der Polen und Tschechen in Oberschlesien.

1918

(Spätherbst) bezieht eine undisziplinierte Bataillon einer Grenzschutzdivision nebst dem Stabe in Oberglogau Quartier.

29.11.1918

Pfarrer Skowronski aus Ellgut/Zülz wirbt in einem Saal im Hinterdorf für den Anschluss Oberschlesiens an Polen. Gegenargumentation vertreten Bürgermeister Dr. Smikalla und Kuratus Laska. Nachdem die Situation eskaliert, wird Pfarrer Skowronski und sein Anhang von anwesenden Mitgliedern des Soldatenrates zu Verlassen des Saals aufgefordert.  Ähnlichen Verlauf nimmt einen Versammlung am 01.12. in Simsdorf.

03.12.1918

Bildung eines Ortsausschusses zur Veranstaltungen von Aufklärungsversammlungen. Damit Einrichtung der ersten Bewegung in Oberschlesien gegen polnische Losreisungsbestrebungen der Provinz von Deutschland. Zum Vorsteher wird Rechtsanwalt Dr. Marx gewählt. Aktive Mitglieder:  Bürgermeister Dr. Smikalla, Kuratus Laska, Gartenmeister Urban (Raphael Urban ?), die Ackerbürger aus Weingasse Joseph Koj, Ludwig Nowak und Konstantin Kruppa, Dachdeckermeister Karl Bialek, Oberpostschaffner Franz Janocha, Schuhmachermeister Ludwig Kuzia, Seminarlehrer Zimmer, Kaufmann Paul Hanke, Gerichtsassessor Paul Strzoda, Student der Landwirtschaft Hupka, Oberglöckner Loch und Schuhmachermeister Stephan.  

08.12.1918

Rundschreiben von Dr. Marx an alle leitenden Stellen der oberschlesischen Städte mit Aufruf zur Aufklärung der polnischsprachigen Bevölkerung, Abfassung und Vollziehung von schriftlichen Entschließungen sowie Bildung einer Gesamtvertretung für Oberschlesien.

08.12.1918-22.12.1918

Aufklärungsversammlungen in den umliegenden Ortsgemeinden

10.12.1918

werden zwei Zentralstellen der deutschen Abwehrorganisation in Beuthen und Oppeln eingerichtet. Oberglogau wird der Zentralstelle in Oppeln unterstellt.

19.12.1918

mit Schreiben des Ministerialrats Dr. Zechlin aus dem Reichsministerium des Innern wird die Vorgehensweise, wie sie Dr. Marx vorschlägt und in Angriff nimmt unterstützt und landesweit empfohlen.

1918

(Ende Dezember) übernehmen die „Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier in Kattowitz“ die Arbeit der „Freien Vereinigung zum Schutze Oberschlesiens in Oppeln“. Die Arbeitsweise des Oberglogauer Arbeitsausschusses wird übernommen.

 

Oberglogauer Notgeld aus der Abstimmungszeit

 

Anfang 1919

Verschmelzung der Hauptstellen für Abwehr in Oppeln und Beuthen zur einer Hauptstellen in Kattowitz.

19.01.1919

Wahlen zur deutschen Nationalversammlung (Stimmen in Oberglogau: 2245 Zentrum, 779 Sozialisten, 281 Demokraten und 66 Deutschnationale).

27.01.1919

Wahlen zur preußischen Nationalversammlung.

29.01.1919

 

 

Februar 1919

wegen Unruhen in der Vorwahlzeit wird eine Bürgerwehr eingerichtet. Da die folgende Zeit weitgehend ruhig ist, wird die Bürgerwehr wieder aufgelöst.

der Oberglogauer Arbeitsausschuss dehnt seine Aufklärungsarbeit auf den Kreis Cosel aus.

02.03.1919

nachdem von den Friedensverhandlungen in Versailles  Nachrichten durchsickern, Oberschlesien solle an Polen fallen, findet vor dem Rathause in Oberglogau eine Kundgebung statt, an der 2000 Bürger teilnehmen. Die Ansprache hält Rechtsanwalt Dr. Marx. Es wird eine Abstimmung gefordert, in der sich die Oberschlesier entscheiden sollen in welchem Staat sie leben wollen.

13.05.1919

als am 07.05. die Bedingungen des Versailles Vertrages bekannt werden, in denen unter anderen der größte Teil Oberschlesiens mit Oberglogau an Polen abgetreten werden soll, finden in diesen Tagen in der ganzen Provinz Oberschlesien Maikundgebungen gegen die Übergabe Oberschlesien an Polen statt. In Oberglogau demonstrieren am diesen Tag rund 1000 Teilnehmer.  Sprecher sind Seminarlehrer Zimmer und Rechtsanwalt Marx.

23.05.1919

erneute Kundgebung für Verbleib bei Deutschland mit 6000 Teilnehmern aus der Stadt und Umland. Sprecher Dr. Marx (in deutscher Sprache) und Gerichtsassessor Paul Strzoda (polnisch).

04.06.1919

unter dem Druck der pro-deutschen Kundegebungen der Oberschlesier erklären sich die Siegermächte bereit die staatliche Zugehörigkeit der von Deutschland und Polen beanspruchten Provinz von den Ergebnissen einer Volksabstimmung der Oberschlesier abhängig zu machen. Im Kreis Neustadt sollen nur die Bewohner der Stadt und des Oberglogauer Landes befragt werden.

28.06.1919

Inkrafttreten des Friedensvertrages von Versailles.

17.08.1919

unter massiver Unterstützung polnischen Militärs beginnen polnische Kämpfer mit pro-polnischen Oberschlesiern einen gewaltsamen Versuch (sog. 1. schlesischer Aufstand) in der Provinz Tatsachen zu schaffen, um eine Abstimmung zu verhindern. Bis 24.08. gelingt es dem deutschem Militär die überfallenen Kreise wieder zu sichern.

Oktober 1919

der Oberglogauer Kreisverein Heimattreuer Oberschlesier wird zur pro-deutschen Werbearbeit eingerichtet. Er ist unterteilt in 7 Bezirke für die Dörfer des Oberglogauer Landes mit den Bezirksleitern: Rektor Strecke (östlich der Bahnlinie von Glöglichen bis Twardawa), Lehrer Klose (westlich der Bahnlinie von Rosnochau bis Dobersdorf), Seminarlehrer Noske (am Hotzenplotztal entlang von Repsch bis Pietna), Gerichtssekretär Preißner (von Kerpen bis Klein-Strehlitz), Lehrer Ziegler (Zowade über Moschen nach Sedschütz), Hauptlehrer Goy (Ellguth-Zülz bis Psychod) und Lehrer Alder (Mochau, Müllmen, Olbersdorf und Dt. Rasselwitz) sowie den Bezirk der Stadt Oberglogau unter der Kreisleitung des Seminarlehrers Zimmer bzw. nach seiner Ausweisung, Herrn Seminarlehrers Kühnel und seines Geschäftsführers Lehrer Kosian. Helfer: Seminarlehrer Hermann, Geschäftsführer Mundil, Schumachermeister Pakusa aus Rosnochau, Arbeiter Gawlitza aus Dobersdorf und Hauptlehrer Pantke. Dem Ortsvereinen Heimattreuer Oberschlesier treten bald ¾ aller Ortsbewohner des Oberglogauer Landes bei.

 

 Oberglogauer Notgeld aus der Abstimmungszeit

 

04.02.1920

den Abstimmungsvorschriften gemäß vollzieht der Oberglogauer Militärverein seine Auflösung. Ebenfalls die Schützengilde muss sich auflösen.

07.02.1920

verlässt die in Oberglogau untergebrachte 4. Kompanie des Reichwehrschützenregiments von Winterfeld Nr. 16 (Rest des alten Oberschlesischen Infanterieregiments Nr. 62) die Stadt.

21.02.1920

Oberglogau erhält eine italienische Besatzung von 130 Mann und 5 Offizieren.

24.02.1920

das Oberglogauer Abstimmungsgebiet wird vom Landkreis Neustadt abgetrennt. Im alten Minoritenkloster wird eine Oberglogauer Kreisverwaltung für die Stadt und 67 Ortschaften des Abstimmungsgebietes unter dem Leiter Graf von Seher-Thoß eingerichtet. Oberaufsicht über die Kreisverwaltung bekommt der Franzose Major du Blois.

Anfang 1920

eröffnet in Oberglogauer Josephstift ein pro-polnisches Werbebüro unter der Leitung des Feldgeistlichen Krzoska mit 15 Helfern ihre Niederlassung.

23.02.1920

Missglückter Angriff eines betrunkenen Arbeiters aus der Weingasse auf den Geistlichen Krzoska wird von der polnischen Seite werbewirksam ausgenutzt.

25.03.1920

Vertreibung der pro-polnischen Werber durch aufgebrachte oberglogauer Frontkämpfer, Kriegsseminaristen, Arbeiter und Jugend aus Oberglogau. 

27.03.1920

rund 350 Oberglogauer demonstrieren vor den Unterkünften von 6 einheimischen pro-polnischen Parteigängern. Es werden polnische Werbeschriften beschlagnahmt und verbrannt.

11.04.1920

Dr. Marx gründet die besondere Abstimmungs-Zeitschrift „Um unsere Heimat“.

15.04.1920

der für die Vertreibungsaktion des Feldgeistlichen Krzoska und die Vorgänge vom 27.03 von der Interalliierten Besatzungsbehörde verantwortlich gemachte Seminarlehrer Zimmer wird aus dem Abstimmungsgebiet ausgewiesen. Es ist die erste Ausweisung eines pro-deutschen Aktivisten in ganz Oberschlesien.

02.05.1920

Pro-polnische Bürger in Oberglogau machen auf sich aufmerksam. Der Dachdecker Ciecior reißt vor Kirchgängern schimpfend deutsche Plakate nieder. Bei der Lehmbergprozession schreien pro-polnische Demonstranten den deutschen Gesang nieder.

11.07.1920

Volksabstimmung im südlichen Ostpreußen (2,1 Prozent für Anschluss an Polen) und im östlichen Westpreußen (7,5 Prozent für Anschluss an Polen). Das eindeutige Votum für Deutschland sorgt für Überraschung.

19.08.1920

große Kundgebung der Oberglogauer gegen Waffenliegerungen Frankreichs an Polen im Saal „Zur Post“ und auf dem Ring.

20.08.1920

in Befürchtung einer Abstimmungsniederlage in Oberschlesien beginnt die pro-polnische Seite einen zweiten gewaltsamen Versuch die Kontrolle über die Provinz zu übernehmen (sog. 2. Schlesischer Aufstand).

28.08.1920

wegen der Unruhen gehen für 11 Tage nächtliche Bürgerwachen durch die Stadt.

1920

(Anfang September) treffen in Oberglogau etwa 300 Flüchtlinge aus den, von den Unruhen am härtesten betroffenen Städten ein, darunter auch der Leiter der Oberschlesischen Heimattreuen Dr. Quester aus Kattowitz. Nachdem die Interalliierten Besatzungstruppen die Unruhen eindämmen, können die Flüchtligen nach 8 Tagen Oberglogau wieder verlassen.

17/18.09.1920

bei einem Überfall der pro-polnischen Terrorgruppe „Bojówka polska“ auf die Bahnlinie Neustadt-Kandrzin wird der Oberglogauer Wärterposten Nr. 141 angegriffen und der Bahnwärter Urbanek seines Barschaft beraubt und eingeschüchtert.

22.10.1920

Versammlung polnischer Vertrauensleute unter Leitung des Tierarztes Sobotta in Oberglogau. Es werden staatliche Selbstständigkeit Oberschlesiens, Befreiung der Oberschlesier von der Wehrpflicht, Aufteilung der Rittergüter an die kleinen Landbesitzer und gute Versorgung der Arbeiter versprochen, falls Oberschlesien an Polen kommt.

 

 Oberglogauer Notgeld aus der Abstimmungszeit

 

15.01.1921

der pro-polnisch gesinnte oberglogauer Majoratsherr Reichsgraf Hans Georg von Oppersdorff versammelt im Hotel Werle pro-polnische Anführer des Oberglogauer Landes, wie den ehemaligen Reichstagsabgeordneten Franz Strzoda aus Deutsch Müllmen, den Generalbevollmächtigten Schapper aus Moschen oder den Werber Joseph Florek aus Fröbel, um die Vertreter der Oberglogauer Ortschaften für die pro-polnische Seite zu gewinnen.

Anfang 1921

das deutsche Plebiszit-Unterkommissariat des Oberglogauer Abstimmungsbezirkes, dessen Aufgabe vor allem die Erfassung der Abstimmungsberechtigten ist, wird unter Leitung des Rechtsanwalts Dr. Marx, dem zu Seite als Geschäftsführer Lehrer Hermann Klose und als Beisitzer Amtsgerichtsrat König stehen, in Oberglogau eingerichtet. Das polnische Plebiszit-Unterkommissariat wird unter Leitung des Studenten Theodor Obremba in Klein-Strehlitz eingerichtet.

14.01.1921

werden die paritätischen Ausschüsse (Wahlvorstände) gebildet, welche die Ausführung der Abstimmung in den einzelnen Ortschaften zu leisten haben. In Oberglogau werden für die deutsche Seite berufen: Rechtsanwalt Hugo Larisch, Mühlenwerks-Geschäftsführer Emil Mundil, Bezirksschornsteinfegemeister Ewald Scholz, Bäckermeister Artur Scholz, Landwirt und Gasthausbesitzer Johannes Schattka und Ackerbürger Ludwig Nowak. Für die polnische Seite werden berufen: Privatsekretär Franz Sacher, Ackerbürgersohn Karl Schattka, Maurer Franz Siegfanz, Bauführer Franz Ciernioch, Landwirtssohn Spiller aus Wilkau und Landwirtssohn August Nohl aus Kerpen.

1921

(Mitte März) treffen 1.885 in der Fremde lebende Oberglogauer in ihrer Heimatstadt ein, um ihre Stimme in der bevorstehenden Abstimmung abzugeben.

21.03.1921

Abstimmung verläuft in Oberglogau ruhig und ohne Zwischenfälle.

Im Endergebnis stimmen in der Stadt Oberglogau 96 % der Bewohner (5093 Personen) für Deutschland und 4 % (226 Personen) für Polen. Im Oberglogauer Abstimmungsbezirk stimmen 88 % der Bewohner für Deutschland und 12 % für Polen. In Oberschlesien stimmen 60% für Deutschland, 40% für Polen.

31.03.1921

in Vorbereitung eines dritten gewaltsamen Übergriffes der pro-polnischen Seite, Verhaftung der Leiter des Oberglogauer Kreisvereines Heimattreuer Oberschlesier, des Lehrers Kosian und des Seminarlehrers Kühnel durch den Interalliierten Kreisaufseher Major du Blois, dessen Sympathien eindeutig auf der polnischen Seite liegen.

29.04.1921

die Interalliierte Kommission beschließt aufgrund der Abstimmungsergebnisse die Kreise Rybnik, Pleß und einen Teil des Kreises Kattowitz von Oberschlesien an Polen abzutrennen.

02/03.05.1921

pro-polnische Oberschlesier starten mit massiver militärischer Unterstützung aus Polen den dritten gewaltsamen Versuch, einen größeren als den am 29.04 zugesprochenen Teil Oberschlesiens in polnischen Besitz zu bringen. In der Oberglogauer Gegend werden Anschläge auf die Brücken bei Deutsch Rasselwitz, Dirschelwitz, Dobrau und Krappitz verübt. Die pro-polnischen Kämpfer rücken bis an die Linie Gogolin, Oberwitz, Kandrzin und Ratibor vor.

05.05.1921

die italienische Besatzung wird aus Oberglogau nach Ratibor abberufen. Am gleichen Tage organisiert Obermeister Ratsherr Paul Hoenisch eine Bürgerwehr (Selbstschutz), die Oberglogau vor dem polnischen Einfall schützen soll.

06.05.1921

der Oberglogauer Selbstschutz verhaftet etwa 20 oberglogauer pro-polnische Anführer, darunter den Tierarzt Dr. Sobotta und lässt die meisten nach Neiße bzw. Cottbus in Untersuchungshaft bringen.

08.05.1921

der durch Oberglogau durchreisende Generalleutnant von Hülsen ernennt den Obermeister Paul Hoenisch zum Leiter der Volkserhebung für den Bezirk Oberglogau.

Der Interalliierte Kreisaufseher Major du Blois verlässt Oberglogau.

11.05.1921

treffen in Oberglogau die ersten Hundertschaften pro-deutscher Selbstschutzkämpfer mit 2 Kanonen ein.

11-19.05.1921

Oberglogau ist Sammelpunkt für die Selbstschutzeinheiten des Abschnittes Süd. Die meisten oberglogauer Freiwilligen für den Selbstschutz treten in die Maschinengewehr-Kompanie Bataillon Marienburg, Regiment Graf Magnis, unter dem Kompanie-Führer Friedrich Morawietz ein.

20.05.1921

das Bataillon Marienburg rückt nach Krappitz ab, wo die pro-polnischen Kräfte versuchen die Oder zu überqueren.

Nach Rückeroberung des St. Annaberges am 21.05.1921 durch den pro-deutschen Selbstschutz wird die Bataillon Marienburg in der Gegend Januschkowitz-Raschowa-Deschowitz eingesetzt.

24.05.1921

nach Auflösung der Plebiszitkommissariate wird in Oberglogau im Hotel „Zur Post“ der „Zwölferausschuss“ gebildet. Er ist eine aus den politischen Parteien und Gewerkschaftsführern der oberschlesischen Provinz bestehende politische Vertretung des Landes, im von Polen nicht besetztem Gebiet. Vorsitzender ist Prälat Carl Ulitzka aus Ratibor (Vorsitzender Zentrum-Oberschlesien). Weitere Mitglieder sind: Plebiszitkommissar Dr. Kurt Urbanek, Gewerkschaftssekretär Erhard aus Kattowitz (Abgeordneter), Sekretär und Redakteur Cyrus aus Oppeln, Gewerkschaftssekretär Auch aus Ratibor (SPD), Gymnasialdirektor Preibisch aus Kreuzburg (Demokrat), Oberpostrat Feuerfänger aus Oppeln (D.B.P), Rittergutsbesitzer von Watzdorf aus Proschelitz (D.R.B.P), Gewerkschaftssekretär Schubert aus Oppeln (Christl. Gewerkschaft), Prokurist Niegisch aus Ratibor (Gewerksch. Ring), Gewerkschaftssekretär Mümel aus Oppeln (freie Gewerkschaft) und Rechtsanwalt Thienel aus Ratibor (Selbstschutz).

Eine der ersten Maßnahmen des Zwölferausschusses ist die Ernennung des Generalleutnants Karl Höfer zum Oberbefehlshaber des oberschlesischen Selbstschutzes.

Generalleutnant Karl Höfer schlägt sein Hauptquartier im Schloss von Oberglogau auf.

30.06.1921

nach Beendigung des dritten polnischen Einfalls (sog. 3. schlesischen Aufstandes) sollen in Oberglogau französische Besatzungstruppen stationiert werden. Da diese während der Kämpfe der letzten zwei Monate die pro-polnische Seite unterstützten, findet in Oberglogau eine Kundgebung mit über 2000 Teilnehmern statt, die sich von der Rosnochauer Straße über die Obere Wallstraße, die Schlossstraße zum Ring bewegend, die Stationierung der italienischen Besatzungstruppen fordert.

03.07.1921

werden die in Oberglogau stationierten Selbstschutzeinheiten aufgelöst.

05.07.1921

der Oberbefehlshaber des oberschlesischen Selbstschutzes Generalleutnant Karl Höfer verlässt mit seinem Stab Oberglogau.

07.07.1921

Mitglieder der Interalliierten Kommission überprüfen, ob die Stadt von den Selbstschutzeinheiten geräumt ist.

11.09.1921

rücken erneut italienische Besatzungstruppen in Oberglogau ein. Reste der in der Stadt verbliebenen Selbstschutzeinheiten mit dem Kreisleiter der örtlichen Selbstschutzes Obermeister Hoensich setzen sich nach Neustadt ab.

15.10.1921

der Völkerbund entscheidet über die Teilung Oberschlesiens. Oberglogau und sein Umland verbleiben in Deutschland.

 

Oberglogauer Notgeld aus der Abstimmungszeit

 

30.01.1922

Beschlagnahmung verborgener Waffenlager des örtlichen Selbstschutzes in Weingasse und Hinterdorf durch die italienischen Besatzungstruppen.

31.01.1922-01.02.1922

der nach Neustadt entkommene Kreisleiter des örtlichen Selbstschutzes Paul Hoenisch schickt in Befürchtung eines vierten polnischen Angriffs bewaffnete Männer nach Oberglogau, um die beschlagnahmten Waffen wiederzuerlangen und nach Neustadt in Sicherheit zu bringen. 2/3 des Lagers kann von Hönischs Leuten gesichert werden.

03.02.1922

als Reaktion auf den Verlust der beschlagnahmten Waffenlager rücken weitere 120 italienische Besatzungssoldaten in die Stadt ein. Am 05.03.1922 werden sie wieder abgezogen.

23.06.1922

Auflösung des Landratsamtes Oberglogau und Wiedervereinigung mit dem Kreis Neustadt.

19.07.1922

erfolgt die Übergabe der Verwaltung von der Interalliierten Kommission an die deutschen Behörden. Die italienischen Besatzungstruppen ziehen aus Oberglogau ab.

20.07.1922

rückt von den Bewohnern umjubelt das deutsche Reichswehr-Regiment Nr. 12 in Oberglogau ein.

30.07.1922

nach achtjähriger Unterbrechung veranstaltet die  Schützengilde wieder ein Schützenfest.

03.09.1922

Abstimmung der Oberschlesier darüber, ob der bei Deutschland verbliebene Teil Oberschlesiens ein deutsches Bundesland werden oder eine preußische Provinz bleiben sein soll. In Oberglogau stimmen 3292 Personen für preußische Provinz und 122 für ein Bundesland. In ganz Oberschlesien wollen 93% der Bewohner in einer eine preußische Provinz leben und 7 % der Stimmberechtigten votieren für ein Bundesland.

08.10.1922

der Militärverein hält nach 2 ½ jähriger Pause wieder eine Versammlung ab.

 

 

Andreas Smarzly



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